Yogis für Klimaschutz – fest verwurzelt statt abgehoben

Die Menschheit ist so stark miteinander verbunden wie noch nie. Die gemeinsame Gefahr des Coronavirus schenkt uns einen kollektiven Moment der Solidarität und Achtsamkeit.

photo 2020 05 07 21 10 10Dies ist der Urgrund des Yoga, denn Yoga bedeutet „Verbindung“.
Als Yoga-Praktizierende freuen wir uns darauf, das Äußere mit den Inneren zu vereinen und neue kollektive Schritte zu gehen. Der Staffelstab wird an eine neue Generation übergeben, die ihren Einfluss nutzt, um diejenigen, die verletzlich sind, zu schützen.
Wir werden Zeugen der eines neuen planetaren Bewusstseins, dass Konflikte, Krisen und Verletzungen nicht ausklammert, sondern durch unsere gemeinsame Basis in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Die technischen Möglichkeiten durch Online-Verbindungen tragen ihr übriges dazu bei. Allerdings können sie den persönlichen Kontakt und die physische Präsenz nicht ersetzen.

Yoga-Praktizierende in den westlichen Ländern haben oft einen besonders großen ökologischen Fußabdruck
Viele von uns reisen gern und viel. Wir wollen uns von weit entfernten Orten inspirieren lassen. Unser Bewusstsein ist nicht auf uns selber, unser Land, unser Kulturkreis beschränkt. Es reicht bis an die Grenzen der Biosphäre, und dies wollen wir auch körperlich erleben und nachvollziehen können. Wir möchten reisen und vielen Menschen dabei begegnen, ihnen nah sein.

Im Augenblick ist das nicht möglich, denn die Flieger bleiben auf der Erde. Wir können diese Gelegenheit nutzen und uns ebenfalls fest mit dem Erdelementen verwurzeln und den Höhenflug der Weltgemeinschaft beenden, den Fliegen ist mit einem ruhigen Gewissen kaum vereinbar.

  • Ein Flug nach Sydney erzeugt soviel CO2, dass eine Person 7 Jahre Klimaneutral leben muss, um das auszugleichen.
  • Die gesamte Klimawirkung von Flügen mit eingerechnet ist eine Flugreise 60 mal so klimaschädlich wie eine Bahnfahrt
  • Nur 4 Prozent der Weltbevölkerung fliegen regelmäßig. 90 Prozent sind noch nie geflogen.
  • Der Flugverkehr ist für fünf bis zehn Prozent der weltweiten treibhausrelevanten Emissionen verantwortlich

Wir verhalten uns weiterhin so, als hätten wir zwei, drei oder fünf Erden zur Verfügung.
Unser Verhalten trifft dabei nicht uns selber am stärkten, sondern die Menschen im globalen Süden und diejenigen, die uns nachfolgen werden. Dieser Verantwortung sollten wir uns bewusst sein, wenn wir unseren Fuß in den Flieger setzen.

Im Augenblick sind die meisten Flugzeuge am Boden. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass sie dort bleiben.

einschränken

Wir wünschen uns:

  • Fliegen ist ein Privileg, das wir in Ausnahmefällen nutzen. Jeder Mensch – egal welcher Nationalität oder sozialer Stellung – hat das gleiche Recht auf einige private Flüge in seinem Leben. Nicht weniger aber auch nicht mehr.
  • Yoga-Retreats in „Übersee“ werden von der dortigen Bevölkerung genutzt. Yoga-Praktizierende treffen sich an Orten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
  • Statt dem Bedürfnis nachzugeben, fremde oder „exotische“ Menschen in ihrer Heimat kennen zu lernen, können die Grenzen Europas für Flüchtlinge geöffnet werden.
  • Stell Dir vor, viele der jetzt nicht genutzten Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe müssten ab Boden und an Land bleiben. Was könnten wir dann aus Ihnen alles machen?

 

Ich unterzeichne diesen Aufruf öffentlich: