Yoga-Aufbruch im Osten

yoga ausbildung erfurtEs gibt eine Geschichte über Yogi Bhajan, die mit seinem Aufbruch in den Westen zu tun hat. Sie wurde in unterschiedlichen Varianten erzählt. Mal ist davon die Rede, dass Yogi Bhajan 1968 aus Indien flüchten musste, um nicht in die Fänge des Sowjetischen Geheimdienstes zu geraten (Inden war damals Neutral, hatte aber enge Beziehungen zum Ostblock). In einer anderen Variante ist davon die Rede, dass Yogi Bhajan in die Sowjetunion eingeladen worden war, um dort Offiziere zu unterrichten. Er hatte es dann vorgezogen, nach Kanada zu gehen.
Was immer daran drein sein mag, klar ist, dass Yogi Bhajan neben seinem Wissen als Yogi immer auch ein politische Mensch war. Dass macht vor seinem biografischen Hintergrund durchaus Sinn. Als Sikh hatte er ein Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Mitmenschen. Nach der Trennung von Indien und Pakistan im Jahre 1947 war er ist, der die Menschen seines Heimatdorfes durch die feindlichen Linien in Sicherheit brachte. Später war er indischer Grenzbeamter, und das bestimmt nicht zufällig, sondern um seinem Land zu dienen. In dieser Zeit kam er dann in Kontakt mit westlichen Sinn-Suchern und erkannte seine Aufgabe für die zweite Lebenshälfte.
Er hätte nicht kommen müssen. Er kam, weil ihm die Menschen wichtig sind.
Bis zur Öffnung des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 hat Yogi Bhajan nie ein Land aufgesucht, in dem ein totalitäres Regime herrschte. Und auch hier ist es sicherlich nicht so, dass es nicht Gelegenheiten dazu gegeben hätte.

Kundalini Yoga folgt der Tradition, die auf dem Treffen zwischen Guru Ram Dass und Baba Siri Chand im 16. Jahrhundert fußt. Baba Siri Chand repräsentierte das reine Bewusstsein der Udashi-Yogis, denen alle Macht und Einfluss der Yoga-Techniken offen stand, die damit aber keine Ziele oder Verantwortlichkeiten verbanden.
Guru Ram Das wiederum war das Oberhaupt der „Suchenden“, die sich nicht nur Wahrheit verpflichteten, sondern ebenfalls in Hingabe und Mitgefühl allen Geschöpfen gegenüber verbunden waren.
Kundalini Yoga vereint diese beiden Ansätze und gibt ihnen damit eine politische Dimension: Bewusstsein ist mit Verantwortung verbunden.

In Deutschland gibt es seit einigen Jahren eine politische Sammelbewegung, die sich unverhohlen in die Tradition des Nationalsozialismus stellt. Inzwischen wird sie Bundesweit von 13 Prozent der Wahlberechtigten gewählt und ist in Form der Partei AfD in den Bundestag eingezogen.
Der eigentliche Motor dieser Bewegung ist die Angst. Die Menschen haben Angst vor Veränderung und hoffen auf eine Nationale Lösung, obwohl sich die Nationale Identität im Zuge des Wassermann-Zeitalters nach und nach auflöst.

Kundalini Yoga hat Menschen, die Angst haben, etwas ganz besonderes zu bieten. Es ist möglich, sich mit Hilfe dieser Bewusstseinstechniken im eigenen Selbst zu verwurzeln. Damit wird Yoga zu einem Mittel gegen Ausgrenzung, Hass und national motivierter Gewalt.
Wer Yoga praktiziert kann sich der eigenen Angst besser stellen. Er kann Widersprüche leichter aushalten und dem Druck standhalten, der durch die Anforderungen der Gegenwart entsteht.

Dieser Druck wird nicht weniger werden sondern steigen. Die Menschen müssen sich Entschieden. Sie können sich Bewusstseinstechniken wie Yoga zuwenden, um überleben zu können. Oder sie wenden sich Gruppen zu, die versuchen, das Rad der Geschichte zurück zu drehen und sich an nationalen Schutzfantasien abarbeiten, die Deutschland vor 70 Jahren zu einer verbrecherischen Nation gemacht haben.

Die AfD ist in den Gebieten in Deutschland stark, in denen es vergleichsweise wenig Yoga-Angebote gibt. Je mehr Menschen Yoga (oder andere Techniken wie Tai Chi, Meditation etc.) praktizieren, desto größer wird ihre innere Toleranz. Diese Toleranz macht sie leistungsfähiger und offener für Neues und Innovatives. Und auch offener für Menschen, die aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen, und meistens eine ökonomische Bereicherung darstellen.

In Ostdeutschland gibt es besonders viele AfD-Wähler. In Ostsachsen sind sie mittlerweile die stärkste Partei. Dies war einer der Gründe, warum wir in Dresden eine Kundalini Yoga Lehrerausbildung installiert haben, und sie auch bei geringen Teilnehmerzahlen (ab 7 Personen) noch durchführen. Die Menschen benötigen eine Perspektive. Die Zeiten werden nicht einfacher, sondern härter. Wir können zusehen, wie uns die neuen Rechten in den Abgrund führen – oder wir tun das, was wir können: Yoga unterrichten.

Leipzig war viele Jahre der einzige ostdeutsche Kundalini Yoga Ausbildungs-Standort. Inzwischen haben wir in Erfurt eine Ausbildung installiert und damit an eine wichtige Tradition angeknüpft, die mit diesem Kundalini Yoga Ort zusammen hängt. Dann folgte eine Ausbildung in Rostock. Weitere Standorte könnten folgen. Großstädte wie Magdeburg, Cottbus oder Zwickau könnten ebenfalls als Standort in Frage kommen.

Auf nach Osten – wir werden gebraucht.