Friedensprojekt: Russische Kundalini Yoga Lehrer in Deutschland

Vor kurzem haben uns die ersten russischen Yogalehrer im Rahmen des Friedensprojektes in Deutschland besucht. Dabei war eine zentrale Frage, wie wir uns Yogalehrer in einem zunehmend spannungsreichen Umfeld positionieren, welche Verantwortungen wir als Yogis mit unserem yogischen Wissen über Frieden haben und welche gesellschaftlichen Aufgaben daraus erwachsen.

 

Neben einem Friedenskonzert mit Tera Naam, Sat Hari Singh & Itaak aus Russland, haben wir uns über unsere Erfahrungen und Einschätzungen mit Krieg und Frieden in Europa ausgetauscht.

Frieden und Friedensschaffung auf persönlicher und kollektiver Ebene war dabei das übergeordnete Thema, das uns die ganze Woche begleitete, auch auf dem gemeinsamen Besuch des deutschen Yogafestivals in Oberlethe, das sich in diesem Jahr zentral mit dem Thema Frieden beschäftigte.

Auf der persönlichen Ebene war es dabei beeindruckend, zunächst zu entdecken, wie sehr wir in unseren Wahrnehmungen der jeweiligen Färbung der medialen Berichterstattung unterliegen und wie sehr dies unsere Einschätzung und Realität beeinflusst – trotz aller yogischer Bewusstseinsarbeit. Auf politischer Ebene war es dabei interessant zu sehen, dass es weniger eine Frage ist, wer recht oder unrecht hat, sondern zu fragen, wer warum welche Interessen hat, wer davon machtpolitisch und ökonomisch profitiert und wie wir uns als Yogis dazu verhalten können.

Weitergehend war es aus deutscher Perspektive augenöffnend zu erkennen, dass im Westen verbreitete basisdemokratische Ansprüche sowie Friedenssicherung um jeden Preis nicht unbedingt das Maß aller Dinge sind. Aus russischer Perspektive wiederum war es wichtig zu erkennen, wie über den aktiven persönlichen Austausch gegenseitiges Verständnis geschaffen werden kann, der tatsächlich einen engagierten und wirklichen Beitrag zum Frieden leisten kann und so anderen zum Vorbild dienen kann. Auch wenn wir als Yogis unseren neutralen Mind stärken, bedeutet Friedenengagement nicht unbedingt und zwangsläufig, weltanschaulich neutral sein zu müssen. Statt vor unseren kleineren oder größeren Konflikten die Augen zu verschließen oder gar wegzurennen, ist es wichtig, sich zu stellen, sich mit allen Sinnen intuitiv zu öffnen, Verantwortung zu übernehmen, wirklich zuzuhören, um sich zu verstehen, wahrhaftig zu sein, ohne die Wahrheit dogmatisch für sich zu beanspruchen.

Ebenso hilfreich wie heilend war es dabei, gemeinsam zu musizieren, gemeinsam zu meditieren, das Leben miteinander zu teilen, sich auszutauschen, kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den verschieden Perspektiven zu entdecken und Freundschaften zu knüpfen.

Mankind is still seeking to find peace within so it can have peace without. There shall not be peace in the world if there is no peace in the heart of man (Yogi Bhajan, 5/19/1998).The opposite of war is human longing for peace. People do not understand what peace is. You cannot even think or talk about peace if you do not have your own peace of mind (Yogi Bhajan). Frieden ist also in erster Linie eine sehr persönliche Herzens- und Kopfangelegenheit, insbesondere für uns als Yogis, als Leuchttürme, die wir sind und sein wollen.

Frieden ist keine kulturelle Selbstverständlichkeit und schon gar nicht ein gesellschaftlicher Selbstläufer. Frieden braucht Zuwendung, Aufmerksamkeit, braucht individuelles Engagement und Wertschätzung. Frieden ist ein Geschenk, ein hoher Wert und – potenziell - auch ein Erbe. Wenn wir es als Yogis schaffen, den Samen des Friedens in unseren Herzen zu sähen, ihn wässern und aufgehen lassen, wenn wir es schaffen, dem Frieden in unserer Welt Wurzeln zu geben, so dass diese sich in der Erde verankern, dann kann aus diesem zarten Pflänzchen des Friedens ein Baum mit tragfähigen Ästen entstehen, der in seiner friedlichen Strahlkraft erblüht und Früchte zu tragen beginnt. Wir haben den Frieden also in unserer Hand. Was wir damit machen, obliegt uns.

 

Folgende Projektvorhaben sind im Rahmen unseres Austauschs entstanden:

 

Jappa zum Frieden - Sat Narayan Meditation: Dezentral an vielen Orten in Europa, in Kleingruppen von 5 Personen.

Das Mantra Sat Narayan Wahe Guru – Hari Narayan Sat Nam wird 11.000 Mal gechantet.

 

Kundalini Yoga Jugend-Austausch

Jugendliche aus Deutschland, Russland und der Ukraine treffen sich bspw. auf dem Winter Solstice in Spanien

Sie praktizieren ein Programm zur gewaltfreien Konfliktlösung und Kundalini Yoga.

 

Europäisches Kundalini Yoga Lehrer Austausch-Programm

Am Programm beteiligte Yogalehrer können einmal im Jahr für eine Woche in einem anderen europäischen Land Yoga unterrichten. In der Zeit wohnen sie bei dem ebenfalls am Programm beteiligten Yogalehrer und übernehmen dessen Kurse in der jeweiligen Woche.

Kontakt zu uns

One World One Vision e.V.

c/o Gill, Brookstraße 36, 24568 Oersdorf

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mobil: +49 178 5064628 

Projekt-Fotos

Unser Newsletter

Bekomme regelmäßig Informationen über unsere Aktivitäten.

Jederzeit automatisch kündbar!